2009 , 6. Seminarwoche

Das erste Jahr der Ausbildung für Heilpädagogik und Sozialtherapie in Bulgarien wurde im Oktober 2008 abgeschlossen. Mit einer Seminarwoche vom 29.Januar bis 3. Februar 2009 begann mit 37 SeminaristInnen der Start in das zweite Jahr. Stand im ersten Jahr die „Bodenbereitung“ mit grundlegenden menschenkundlichen und waldorfpädagogischen Inhalten und einer Einführung in das künstlerische Arbeiten im Vordergrund, so werden die fünf Seminarwochen im Jahr 2009 vor allem den heilpädagogischen Grundlagen gewidmet sein. Rudolf Steiners heilpädagogischer Kurs ist inzwischen von Rosica und Dimitar Levashki(Studium Heilpädagogik und Eurythmie in Bochum) ins Bulgarische übersetzt, sodass den Teilnehmern das Grundlagenwerk zur Verfügung steht. Die erste Woche diente der exemplarischen Heranführung an den Kurs: Dr. Franziska Keller aus Solothurn stellte in einer sehr lebendigen Weise drei Kinder aus dem Kurs vor und gab damit nicht nur einen praktischen Hinweis auf die Art, wie Rudolf Steiner die heilpädagogische Arbeit ergriff, sondern zeigte damit auch den Umgang mit Krankheitsbildern, vor allem von der medizinischen Seite her. Weil die Teilnehmer zum größten Teil heilpädagogisch oder sozialtherapeutisch arbeiten, fielen die diagnostischen und therapeutischen Aspekte, die in den Vorträgen und den Gesprächen angesprochen wurden, auf sehr fruchtbaren Boden.

Ein weiterer inhaltlicher Teil waren Rechtsfragen in der Selbstverwaltung gewidmet, dies auch im Zusammenhang mit der Vereinsentwicklung in Bulgarien.

Die künstlerischen Aktivitäten nahmen breiten Raum ein. Hier wurden Eurythmie durch Diana Demireva(BG), das Thema „Licht und Finsternis im Malen“ durch Frederic Stöckli(CH) und das Arbeiten mit pflanzengefärbter Wolle durch Franziska Keller(CH)angeboten. Es wurde mit Begeisterung aufgenommen und fast andächtig durchgeführt.

Ein Teil der Teilnehmenden hat in der Zwischenzeit schon Praktika in der Schweiz und in Rumänien durchgeführt. Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeiten, die z.T. sogar von den Praktikumseinrichtungen finanziell unterstütz wurden. Als Anschluss des ersten Jahres und als ein Kriterium das zum Übertritt in das zweite Jahr berechtigte, sind Jahresarbeiten verfasst worden. Teilweise zeigen sie eine erstaunliche Qualität, einmal im Sinne der praktischen Umsetzung in den eigenen Einrichtungen, zum anderen auch in der gedanklichen Durchdringung nach nur einen Jahr der Beschäftigung mit diesen Inhalten, die für die meisten ganz neu waren.

Wie schon in den vorangegangen Seminarwochen hat Katya Belopitova als Übersetzerin nicht nur die Vorträge übersetzt sondern stand auch in den künstlerischen Stunden zur Verfügung und hat schließlich auch die Einzelgespräche mit den Dozenten und SeminaristInnen oft bis tief in die Nacht mit nie nachlassender Begeisterung übersetzt.

In der Abschlussbesprechung stellten die Teilnehmenden fest, dass sie nicht nur wichtige inhaltliche Anregungen auf anspruchsvollem Niveau erleben, sondern auch untereinander zunehmend vertrauter werden und das gegenseitige Verständnis für einander deutlich gewachsen ist.

Leider sind die Finanzmittel noch nicht so, dass das Seminar sowohl im zweiten, wie auch im dritten Jahr gesichert ist. Bei den sehr niedrigen Einkommen der Teilnehmenden – ein Sozialpädagoge oder ein Lehrer verdient etwa 260 Euro bei laufend steigenden Preisen - ist es kaum möglich, ihren eigenen Seminarbeitrag zu erhöhen. So ist die Weiterführung des Seminars weiterhin auf Unterstützung durch Spenden angewiesen.

G.Herz ( Ausbildungsleiter) - Gröbenzell, 10.02.2009
E.Moor-Vasilev ( Organisatorin)
ACACIA, Basel (Trägerverein)
OPORA-BG ( Förderverein Bulgarien)
Website: www.oporabg.com

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Projektvermerk Heilpädagogik/ Bulgarien