BERICHT
Über mein Praktikum in Rumänien, im Sozialtherapeutischen Zentrum Panteleimon (vom 10. – 27.09.2008)
Ivajlo Ivanov
Das Sozialtherapeutische-Zentrum Pantelimon, Bukarest ist ein Zentrum der Fürsorge und Betreuung für erwachsene Jugendliche von 18 bis 33 Jahren und existiert seit vier Jahren. Im Zentrum halten sich ständig 14 Jugendliche auf und etwa noch so viele kommen tageweise. Jeder von ihnen hat einen sozialen Betreuer, der manchmal auch einige gleichzeitig betreut. Einige der Betreuten können außer Rumänisch auch Englisch, und haben mit großem Interesse einige bulgarische Worte gelernt.
Für mich war es eine große Freude, dass ich in ihren Tätigkeiten nützlich sein konnte. Die physische Arbeit war mir nicht fremd und ich habe mich gern an diesen Tätigkeiten beteiligt. Das Neue für mich war die Arbeit am Webstuhl, obwohl mich das innerlich berührt hat und ich habe mich gleichwertig wie die Jugendlichen daran beteiligt und auch einigen geholfen. Ich habe mich in jedem Prozess, an welchem ich teilgenommen habe, wohl gefühlt, und ich habe auch eine gemeinsame Sprache mit jedem der Betreuten gefunden.
Der Tagesablauf besteht darin: ein Morgengebet vor dem Frühstück, danach gefolgt von Gymnastik zum Erwachen und Gebet, Gruppenteilung – Arbeit am Webstuhl, physische Arbeit, Haushalt. Vor dem Mittag gibt es eine Pause, danach kommt das Mittagessen, gefolgt von einer Mittagspause bis zum 15 Uhr. Am Nachmittag findet bis 19 Uhr die Gruppenarbeit statt. Danach kommt das Abendessen, und danach ein Gebet - putzen, spülen und Diskussionen, Filme sehen, baden und ins Bett gehen.
Die Jugendlichen - welche das Zentrum besuchen - haben verschiedene Erkrankungen: Down-Syndrom, Autismus, geistige Störungen, Epilepsie, Schizophrenie, geistige Behinderung, aber alle wurden gleichwertig als individuelle Personen behandelt.
Für mich war alles sehr interessant und ich war aktiv in jeder Tätigkeit. Ich konnte etwas rumänisch sprechen, aber kein Englisch und der Deutsch der internationalen Mitarbeiter verstehen, wir haben aber aktiv in der Körpersprache kommuniziert und uns so verständigt. Die Jugendlichen wurden rund um die Uhr betreut. Die Hauptmitarbeiter kommen z.Z. neben Rumänien auch aus Deutschland.
Ich bin dort gewesen, um etwas Neue für mich zu lernen, das für meine zukünftige Entwicklung nützlich sein wird, und mit meinen Arbeitsmethoden zu vergleichen. Ich vermisse die Menschen, die ich dort kennengelernt habe.
Bulgarien, 20.10.2008 Ivailo Ivanov