Pilotprojekt - 2008-2010

Drei-jähriges Seminar in anthroposophischer Heilpädagogik und Sozialtherapie in Bulgarien (Pilotprojekt) 2008-2010
Konzept

1. Ziele
Ein 3-jähriges Seminar zur anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie in Bulgarien, in 16 Modulen zu je einer Woche. Nach einem Einführungsseminar (Varna, 4.-7.10.07) soll das Seminar von Frühjahr 2008 bis Ende 2010 stattfinden. Übergreifendes Ziel ist, die Anerkennung des Seminars im Rahmen des internationalen Netzwerks der anthroposophischen Ausbildungsstätten auf der Basis der bisher existierenden Kriterien (s. dazu u.a. „Handbuch“) zu erreichen.

2. Zielgruppe und Zugangsvoraussetzungen
· Basierend auf dem Einführungsseminar werden Anmeldungen von interessierten Personen in Bulgarien für ein 3-jähriges Seminar entgegengenommen.
· Es werden 40 TeilnehmerInnen ausgesucht. Voraussetzung ist die Qualifikation in einem pädagogischen, sozialen oder therapeutischen Beruf und das persönliche Interesse (z.B. als Eltern). Abweichende Voraussetzunge werden vom Aufnahmegremium geprüft.
· Zumindest einige der Teilnehmenden sollten auch unternehmerische Fähigkeiten mitbringen, weil sie in den anthroposophischen Einrichtungen auch Verantwortung und Inititiative für das Ganze werden übernehmen müssen.
· Nach dem ersten Jahr, in dem vor allem die anthroposophischen und pädagogischen Grundlagen studiert und Kunstformen erfahren werden, müssen sich die TeilnehmerInnen verbindlich für die zwei folgenden Jahre verpflichten.
· Die TeilnehmerInnen müssen bereit sein, einen Teil der Kosten selber zu tragen. · Die TeilnehmerInnen müssen bereit sein, neue praktische Erfahrungen zu sammeln (Praktika) und eigene Forschungsarbeiten zu machen.
· Synergien und Vernetzungen mit anderen Projekten und Stiftungen werden gesucht (Bulgarisch-Deutsches Sozialwerk e.V., Stiftung Liebenau, Kinderhaus Velikno Ternovo, Bulgarische Stiftungen und Vereine, Tageszentren und Heime)- s. dazu Punkt 12-. Von vielen wurde bereits ein Ausbildungsbedürfnis angemeldet.

3. Ausbildungsinhalte (siehe Curriculum für die 3 Jahre)
· In Zusammenarbeit mit der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie Dornach, der Ita Wegmann-Ausbildung Moskau und der regionalen Ausbildungsgruppe (RU-BG-MOL), wird ein Ausbildungskonzept für Bulgarien erarbeitet, welches ausgehend vom „Handbuch für die Ausbildung in Heilpädagogik und Sozialtherapie (KfHS-Dornach)“ individuell abgestimmt werden soll.
· Im zweiten und dritten Jahr werden Führungs-, Rechts- und Wirtschaftsfragen auf der Basis des Konzepts der sozialen Dreigliederung in den Kurs integriert sein. Die zukünftigen Teilnehmenden werden neben ihrer fachlichen Tätigkeit auch in den Selbstverwaltungsgremien ihrer Einrichtungen arbeiten und darauf vorbereitet werden.
· Das in der Lebensgemeinschaft Weide-Hardebek ausgearbeiteteVerein zur Förderung der HP und ST in Bulgarien-OPORA und erprobte Curriculum „Fachkraft für Milieubildung und Teilhabe“ mit ca. 600 Stunden und Praxisanteilen, kann in den Kurs integriert und im Rahmen des Seminars durchgeführt werden.

4. Methode
Das Seminar richtet sich nach der Trialen Methode ( Erkenntnisbildung, Kunst, Praxis), wie sie im „Handbuch für die Ausbildungen in Heilpädagogik und Sozialtherapie“, Medizinische Sektion der Freien Hochschule am Goetheanum und Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie Dornach dargestellt ist. Ein intensiver künstlerischer Teil mit ca. 12 Stunden pro Woche ist methodisch in den Unterrichtsablauf der Seminarwochen integriert.
· Die Seminarwochen in jedem Jahr werden begleitet durch eine laufende Grundlagenlektüre begleitet (z.B. im 1. Jahr „Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft“, im 2. Jahr “ Der heilpädagogische Kurs R. Steiners“, „Theosophie“, „Metamorphose des Seelenlebens“, im 3. Jahr„Allgemeine Menschenkunde“, Sekundärliteratur über Heilpädagogik und Sozialtherapie.
· Die Eigenaktivität und Eigenverantwortung wird durch ein Lerntagebuch, ein Referat und eine Diplomarbeit angeregt und gefördert. Sie werden dabei von einem selbsgewählten Tutor aus dem Dozentenkreis begleitet.
· Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bindet sich insofern laufend in die Praxis ein, als sie oder er in seminarfreien Zeiten ein Kind oder eine Erwachsene Person begleitet. Darüberhinaus absolviert jeder Teilnehmende zwei Praktika von insgesamt mindestens 8 Wochen in einer von der Seminarleitung anerkannten anthroposophischen Einrichtung.

5. Stundenumfang
495 Stunden reine Unterrichtszeit, ohne Diplomarbeit, Praktika und Eigenstudium. 480 Stunden Eigenarbeit zwischen den Unterrichtswochen während den drei Jahren. 2 Praktika in je einer heilpädagogischen oder sozialtherapeutischen Institution zu je mindestens 4 Wochen. 6. Maximale Teilnehmerzahl 40 TeilnehmerInnen.

7. Praxisbezug
Die Teilnehmenden sollen möglichst schon pädagogische Praxis mitbringen. Die TeilnehmerInnen müssen in ihren schriftlichen Arbeiten einen Praxisbezug machen können, was voraussetzt, dass sie alle ihn einem heilpädagogischen oder sozialtherapeutischen Bereich tätig sind während der Ausbildung. Der Tutor besucht sie dabei mindesten 1mal pro Jahr in ihrer Einrichtung und erstellt ein Praxiszeugnis. Sie werden Praktika in einer heilpädagogischen oder sozialtherapeutischen Einrichtung machen, wobei sich vor allem die neu gegründete sozialtherapeutische Einrichtung „Dom Opora“ in Bulgarien und Einrichtungen in Ostländern anbieten, aber auch die Einrichtung „Weide-Hardebek“, die sich als Partnerorganisation in Bulgarien zur Verfügung stellt.

8. Prüfungen
Jedes Modul wird mit einem Kolloquium abgeschlossen, das den Lernstand der Teilnehmenden festhält. Jedes Ausbildungsjahr schließt mit einem Prüfungskolloquium und einer Facharbeit, bzw. einer Fallstudie, ab. Zur Abschlussprüfung gehört neben dem Abschlusskolloquium ein Abschlussreferat und die Diplomarbeit. Die Teilnehmenden führen über die Seminarwochen und die Praktika ein Lerntagebuch, das Erfahrungen und Fragen festhält. Die im Handbuch enthaltenen Überlegungen und das dort vorgeschlagene Bewertungssystem können hier mit einbezogen werden.

9. Abschlüsse
Der Abschluss, den die TeilnehmerInnen erwerben, lautet „Fachkraft für Heilpädagogik und Sozialtherapie“. Die Projekt- und Ausbildungsleitung bemüht sich um die staatliche Anerkennung dieses Abschlusses in Bulgarien. Dafür wird die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und entsprechenden Ausbildungseinrichtungen gesucht.

10.Zertifikat
Die Form des Zertifikats und dessen Anerkennung wird im Laufe des ersten Jahres erarbeitet, damit die Teilnehmenden, die sich ab dem zweiten Jahr verbindlich anmelden, eine klare Perspektive haben.

11. Dozenten und ihre Qualifikation ( siehe Dozentenliste)

12. Vernetzungen und Kontakte Bulgarische Stiftungen und Institutionen:
Bulgarisch-Deutsches Sozialwerk e.V. Stiftung Liebenau-DE Schulinternat Kitschevo (Bulgarisch-Deutsches Sozialwerk e.V.) Kinder- und Jugendhaus Velikno Ternovo (www.bidev.de) Div .
Tageszentren in Bulgarien (staatlich und NGOs): Div. Heime in Bulgarien Tageszentrum „Raven Chance“, Spitalpartnerschaft Liestal(CH)-Varna(BG)
Offizielle Stellen der Fürsorge für Behinderte in BG Center for independent Living, Sofia
Blindenschule Varna (mit mehrfach behinderten Kindern)
Heimschule für gehörlose Kinder, Targovishte
Deutsche Klinik „Zeichen der Hoffnung“,
Goce Delchev, BG, für behinderte Kinder
Bapid- Bulgarischer Verein für Menschen mit einer geistigen Behinderung
Variant 5,
schweizerisch- bulgarischer Verein in Targovishte (Kulturaustausch, Sozialhilfe)( www.variant5.ch ) mit Bundeshilfe

CH Antroposophische Kontakte:
Waldorfschule- Verein,
Sofia Anthroposophische Gesellschaft BG
Heilpädagogische und sozialtherapeutische Institutionen in Rumänien, Moldavien, Ungarn, Russland, Ukraine, Letland, Griechenland
KHS-Dornach
ECCE- Holland
Freunde Waldorf, Berlin
Sozialtherapeutische Gemeinschaft „Weide-Hardebek“ (Partnerschaft) Etc.

Offizielle Stellen:
Rotes Kreuz, Varna
Dr.Zdravko Markov- Direktion Sozialdienste und Wohnpolitik, Varna
Schweizer Botschaft, Sofia Verein Spitalpartnerschaften CH/BG Ana Konukova- Sozialhilfe, Varna
Plamen Girginov- Sozialministerium, EU-Projekte, Sofia
Greta Gancheva- Ministerium Erziehung und Wissenschaft, Sofia
Venka Vuchkova- Ministerium Erziehung und Wissenschaft, Sofia
Mariana Bancheva- Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik, Sofia
Silvia Tsanova- Ministerium für Arbeit- und Sozialpolitik, Sofia

Riedholz, 10. Nov. 2007,
Edith Moor (Prokektverantwortung)
Dr.Gerhard Herz (Ausbildungsleiter)