Nach dem HP-Seminar vom 10.-16. April 2012, Zmejovo

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Das Seminar zum Thema: Die Kinderbedürfnisse berücksichtigen war das erste Aufbauseminar nach der Ende 2010 abgeschlossenen 3-jährigen Ausbildung in Heilpädagogik und Sozialtherapie in Bulgarien. Den Bedarf hat man vor allem bei den Menschen gespürt, die ernsthaft beabsichtigen, ihre weitere Entwicklung als Heilpädagogen fortzusetzen.

Das Seminar wurde ermöglicht dank der Unterstützung von Freunden und erwies sich für uns alle begeisternd und inspirierend. Dr. Franziska Keller, auf die wir voller Ungeduld warteten, hat es wieder geschafft, uns zu motivieren und uns Kräfte zu verleihen. Es stellte sich heraus, dass wir einen großen Bedarf an periodischen Begegnungen mit Menschen haben, die uns unterstützen können, weil wir uns immer noch nicht genügend zuversichtlich fühlen.

Während wir die Geschichte von Johannes Elderhorst über seinen langen Weg als Waldorflehrer und Heilpädagogen zuhörten und insbesondere über seine Wahl, diesen Weg zu beschreiten, wurde es vielen von uns klar, dass obwohl nah an dieser Wahl, haben wir sie noch nicht wahrhaftig getroffen. Die Bewusstwerdung ließ uns einerseits erschrecken, andererseits diente sie uns als Motivierung, die Anstrengungen fortzusetzen.

Viele von uns hatten ein tiefes Bedürfnis von einem solchen Seminar, und trotzdem hegten sie Zweifel darüber, inwieweit die Kinderkonferenz tatsächlich in der Praxis therapeutische Maßnahmen liefern kann; inwiefern wir die Kräfte haben, die Kinderbesprechung einzusetzen, um die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen und zu verstehen. Unter der Führung von Franziska erschien alles fließend, leicht, vollkommen angemessen. Jetzt stehen wir vor der schwierigen Aufgabe, zu probieren wie es ist, zurechtzukommen ohne die Anweisungen von einem erfahrenen anthroposophischen Arzt. Auch wenn wir bis jetzt von dem Bedarf an einem solchen anthroposophischen Arzt wussten, erst jetzt erst konnten wir verstehen, was es ist, ihn zu haben bzw. was es ist, mit seiner Hilfe in Bulgarien nicht rechnen zu können. Dass es einen solchen anthroposophischen Arzt hier nicht gibt, ist offensichtlich mit unseren wenigen Erfahrungen und der immer noch nicht vollen Bereitschaft, als Heilpädagogen zu arbeiten verbunden.

Eine angenehme Überraschung bereitete uns die Anwesenheit von Regina Stöhr und das Singen mit ihr nach der Werbeck-Methode. Wir sind ganz bezaubert und entzückt geblieben sowohl von Regina, als auch von den Übungen, die wir mit ihr gemacht haben. Wir haben uns gewünscht, dass sie wieder nach Bulgarien kommt und dass wir ein praktisches Seminar in Singen mit ihr organisieren.

Johannes beeindruckte uns mit seiner Erfahrung, aber auch mit seinem Enthusiasmus, mit dem er dem Neuen entgegenkommt und es aufnimmt. Wenn wir manchmal an berufliches Durchbrennen (burn out) leiden, fragen wir uns, wo denn wohl das Gegengift stecken könnte, das er offensichtlich besitzt.

Es ist nicht sehr leicht mit Worten diese gemischte Stimmung auszudrücken, in der wir nach dem Seminar geblieben sind: Hoffnung, Bedrängnis und Kühnheit gleichzeitig. Und hoffentlich – ein dauerhafter Impuls.

Wir danken für die Unterstützung!